triclinium parvum – Der kleine Speisesaal

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III. TRICLINIA – Der kleine Speisesaal

Der hier beschriebene kleine Speisesaal ist der Westliche der beiden, heute in Erde stehenden Nordosträume. Während man den sich linker Hand anschließenden großen Raum sicher als triclinium interpretieren kann, bleibt eine solche Deutung für diesen Raum rein spekulativ. Vielleicht war er auch nur eine Seiten- oder Servicekammer des großen Tricliniums.

Wenn ich ihn trotzdem als triclinium parvum bezeichne, dann vor allem deshalb, weil ein Mann wie Pollio sicher mehr als einen Speisesaal brauchte: Je nach Anlass konnte er so zu einem Geschäftsessen unter vier Augen einladen, im engsten Kreise seiner Familie speisen oder große Festessen mit anschließenden Trinkgelagen feiern. Das kleine triclinium deckte dann eher die geschäftlichen und privaten Anlässe ab.

Wie schon erwähnt, pflegten die Römer im Liegen zu speisen. Dazu wurden vor die Klinen Tische gestellt, auf denen die Speisen serviert wurden. Aber die Römer speisten nicht mit Messer und Gabel. Das einzige Besteck, das sie kannten, war ein kleiner Löffel mit langem, spitzem Stiel, mit dem sich Muscheln auslöffeln und Fleischstücke lösen ließen. Den Rest musste man mit den Fingern machen.

Kulinarische Köstlichkeiten im hauseigenen Speisesaal

Die Römer kannten drei Mahlzeiten: Wer früh aufstand, brauchte ein gutes Frühstück, um in den ersten Stunden des Tages genügend Kraft zu haben. Das so genannte ientaculum unterschied sich nicht sonderlich von unserem europäischen Frühstück: Es gab Brot, Honig, Käse und Eier. Dazu wurde Milch getrunken und Obst gegessen.

Das Prandium wurde um die Mittagszeit eingenommen, wenn die Sonne im Zenith stand und die Tageshitze ihren Höhepunkt erreichte. Entsprechend leicht war die mittags gereichte Kost: Neben Eiern und Brot verzehrte man vor allem gesalzene Oliven, Schinken, Käse, Feigen und Datteln. Dazu trank man Wasser.

Die wichtigste Mahlzeit des Tages jedoch war die Cena, mit der man erst nach dem Baden, also  frühestens am Nachmittag begann und die sich je nach Anlass und Bedürfnis bis in den Abend hineinziehen konnte. Die Cena bestand aus Vorspeise, Hauptgang und Nachspeise. Neben Brot und Gemüse, gab es vor allem viel Fleisch, aber auch Fischgerichte. Und ganz ähnlich, wie wir heute vieles mit Ketchup oder Soßen würzen, griff man damals mit Vorliebe zum Pfeffer und zum garum. Letzteres war eine sehr salzige Fischtunke, die stark gegoren schmeckte und für unseren modernen Gaumen kaum zu ertragen gewesen sein muss. Überhaupt galt es als vornehm, Fleisch und Gemüse so extrem zu überwürzen, dass der ursprüngliche Geschmack nicht mehr zu erraten war.