Navigation

Im Bild unten sehen Sie die rekonstruierte Pollio Villa vom Meer aus. All meine Panoramen drehen sich nach 5 Sekunden Standzeit ganz langsam im Uhrzeigersinn. So kann man sich beim audio-guiding voll und ganz auf das Dargestellte konzentrieren. Wenn Sie eine Affinität zu Navigationsgeräten haben, können Sie das Panorama über das kleine Symbol unten rechts auf volle Größe bringen und das Bild intuitiv erkunden.

Dieser Inhalt benötigt HTML5/CSS3, WebGL, oder Adobe Flash Player Version 9 oder höher.

Ich mache Sie aber auch gerne zuvor mit allen Bedienelementen vertraut: Um sich in den Panoramen der Villa di Pollio zurechtzufinden, müssen Sie sich eigentlich nur folgende Symbole merken.

Navigationsleiste der Villa di Pollio-Panoramen

Dieses Menü steht unten im Fuß eines jeden Panoramas und enthält alle Befehle, die Sie für die Navigation benötigen.

 

Zoom-In-Funktion der Villa di Pollio-Panoramen Wenn Sie auf dieses Symbol klicken, vergrößert sich der Fensterausschnitt. Sie können den gleichen Effekt am PC erzielen, wenn Sie das Mausrad zu sich hin drehen. Auf Touchscreens zoomen Sie sich in das Panorama durch Auseinanderziehen zweier Finger.
Zoom-Out-Funktion der Villa di Pollio-Panoramen Wenn Sie auf dieses Symbol klicken, verkleinert sich der Fensterausschnitt. Sie können den gleichen Effekt am PC erzielen, wenn Sie das Mausrad von sich weg drehen. Auf Touchscreens zoomen Sie sich aus den Panoramen durch Zusammenziehen zweier Finger.
Rotations-Stop der Villa di Pollio-Panoramen Wenn Sie auf dieses Symbol klicken, hört das Bild auf sich zu drehen. Sie können den gleichen Effekt auch erzielen, wenn Sie einfach mit der Maus irgendwo in das Panorama hineinklicken oder auf einem Touchscreen in die Bildmitte tippen.
Rotations-Funktion der Villa di Pollio-Panoramen Wenn Sie auf dieses Symbol klicken, beginnt das Panorama mit einer (relativ zügigen) Rechts-Rotation.
Positionierung in den Villa di Pollio-Panoramen Mit diesem Symbol können Sie sich im Panorama positionieren. Ziehen Sie dazu auf Touchscreens Ihren Finger oder am PC bei gedrückter linker Maustaste die Maus in die gewünschte Richtung. Sobald Sie stoppen, hält auch die Bilddrehung an.
Drehen-Funktion der Villa di Pollio-Panoramen Dieses Symbol dient ebenfalls dazu sich im Panorama umzusehen. Allerdings stoppt hier die Bilddrehung erst, wenn Sie auf Handys und Tablets den Finger vom Touchscreen nehmen, bzw. die linke Maustaste loslassen.
Maximieren der Villa di Pollio-Panoramen Wenn Sie auf dieses Symbol klicken, vergrößert sich das Panorama, bis es Ihren gesamten Bildschirm ausfüllt. Sie können den gleichen Effekt erreichen, wenn Sie in die Mitte des Bildes einen schnellen Doppelklick mit der Maus oder ein schnelles Doppel-Tippen auf dem Touchscreen ausführen.
Minimieren der Villa di Pollio-Panoramen Wenn Sie auf dieses Symbol klicken, wird das Panorama wieder auf die Ausgangsgröße Ihres Browsers verkleinert. Sie können den gleichen Effekt erreichen, wenn Sie in die Mitte des Bildes einen schnellen Doppelklick mit der Maus oder ein schnelles Doppel-Tippen auf dem Touchscreen ausführen.
Link-Symbol der Villa di Pollio-Panoramen Diese beiden Symbole verlinken zu anderen Panoramen. Wenn Sie sie anklicken oder auf dem Touchscreen antippen, sehen Sie das gleiche aus einer anderen Perspektive. So können Sie sich von Raum zu Raum bewegen. Allerdings gibt es zwischen beiden Symbolen einen kleinen Unterschied: Das Panoramen-Symbol führt Sie zu Bildern innerhalb des gleichen (d.h. schon geladenen) Panoramen-Sets. Das Weltkugel-Symbol führt zu einem neuen Panoramen-Set. Je nach Verbindung können Panoramenwechsel über das Weltkugel-Symbol zu kleinen Verzögerungen im Ladevorgang führen.
Info-Element der Villa di Pollio-Panoramen Wenn Sie auf dieses Symbol klicken oder auf dem Touchscreen antippen, öffnet sich ein kleines Audio-Feld. Bei den meisten Browsern startet die Wiedergabe automatisch. Sollte dies nicht geschehen, klicken Sie bitte auf den Startpfeil. Um die Tonwiedergabe auszublenden, schließen Sie das Wiedergabe-Fenster mit einem Klick auf das kleine Kreuz oben rechts.
 Wenn Sie auf dieses Symbol klicken oder auf dem Touchscreen antippen, öffnet sich ein kleiner Orientierungsplan mit einem roten Punkt (), der Ihnen signalisiert, wo innerhalb des Villenkomplexes Sie sich gerade befinden. Um den Orientierungsplan wieder zu schließen, klicken Sie einfach auf das kleine weiße Kreuz rechts oben im Bildschirm.

Römische Handelsschiffe

Handelsschiffe wie dieser aus Surrentum stammende Frachtensegler bestimmten das Bild des antiken Golfs vor der Villa di Pollio. Allerdings war die Seefahrt vor 2.000 Jahren noch um einiges unsicherer als heute. Weil man keinen Kompass besaß und jedwede Navigation nur nach bekannten Landmarken und den Gestirnen des Himmels möglich war, konnte man nie mit Bestimmtheit sagen, ob ein Handelsschiff seinen Zielhafen auch wirklich erreichte.

Dennoch stellte die Seefahrt meist den günstigsten und oft auch schnellsten Transportweg von Waren dar. Es fällt nicht schwer sich vorzustellen, dass ausgerechnet dort, wo sich Gefahren und Chancen quasi die Hand reichten, das Bankenwesen nicht fern sein konnte. Und Sie werden lachen: Schiffsfonds sind keine Erfindung des 20. Jahrhunderts. Schon in der Antike waren Schiffsanleihen oft die einzige Möglichkeit einen Transportauftrag finanzieren zu können. Schiffsfonds brachten in der Regel 25-60% Gewinnbeteiligung und galten daher als ebenso spekulativ wie gewinnträchtig.

Kampanien indes war schon damals berühmt für seine Wein- und Ölproduktion und so waren viele Handelsschiffe aus Sorrent auf dem Weg nach Nordafrika und Spanien bis zum Rand mit Amphoren beladen. Wir wissen von römischen Frachtenseglern, die über 50 m lang waren und eine Fracht von mehreren hundert Tonnen Gewicht transportieren konnten. Meist brachten diese Schiffe von ihren Zielhäfen andere Waren wieder mit, die in Kampanien gebraucht wurden, wie z.B. Getreide, Gewürze oder bestimmte Gebrauchsgegenstände des Alltags.

Die Villa di Pollio am Capo di Sorrento

Wenn Sie das Glück haben die Villa di Pollio am Capo di Sorrento einmal mit dem Schiff zu umrunden, werden Sie feststellen, dass die Uferfelsen, auf denen diese Hausruine steht, zum flachsten Streifen der surrentinischen Küste gehören. Während sich vor Sorrent die gesamte östliche Küste auf 50 bis 80 Meter in die Höhe erhebt, fällt das Gelände hier am Capo di Sorrento flach bis zu den Uferfelsen ab. Für die Errichtung einer Meervilla konnte es keine besseren Voraussetzungen geben.

Man hat in der Altertumswissenschaft viel über die Pollio-Villa diskutiert. Und nicht wenige Altphilologen verorten diese Meervilla weiter südwestlich an der Küste zwischen dem Capo di Sorrento und Massa Lubrense. Aber das ist, zumindest unter Berücksichtigung der von eben jenen Wissenschaftlern vorgebrachten Argumentation, blanker Unsinn! Da das Hauptanliegen der Visa Antiqua in der Vermittlung des infrastrukturellen Wissens um das Funktionieren einer römischen Villa maritima liegt, kann es uns herzlich egal sein, wem diese imponierende Architektur einst gehört hat. Es ist nur leichter und für die Beschreibung mancher Szene sicherlich auch schöner, wenn wir Architektur und Grundstück eben jenem Mann zuweisen können, der uns aus der Überlieferung von Papinius Statius als Pollio Felix bekannt ist.

Wenn Sie diesen Küstenabschnitt heute von der Seeseite aus betrachten, werden Sie nur noch sehr wenig von dem entdecken, was ich hier rekonstruiert habe. Am leichtesten zu erkennen sind die eingestürzte Hafenbrücke und die Reste des Nordflügels. Aber wenn Sie genau hinschauen, werden Sie erkennen, dass es noch immer genug Anzeichen gibt die Villa di Pollio genau so wiederherzustellen wie ich es in meinen Panoramen getan habe.

Die Liburne – das römische Kriegsschiff

Schiffe wie dieses hier dürften im Golf vor der Villa di Pollio ein alltäglicher Anblick gewesen sein. Die Liburnen waren leichte Kriegsschiffe mit je zwei Ruderreihen auf jeder Seite. Bei guten Winden ließen sich diese Boote, auf denen bis zu 100 Seeleute dienten, auch segeln. Im Marinestützpunkt von Misenum beheimatet patrouillierten die römischen Liburnen entlang der Küste und wachten über die Sicherheit des Seehandels.

Schon in der römischen Marine gab es eine strenge Hierarchie, die das Leben und das Funktionieren an Bord garantierte. Mit an Bord der Liburnen befanden sich außerdem schwere Wurfmaschinen, Schleudern und Enterhaken. Die Marinesoldaten, die auf den römischen Kriegsschiffen mitfuhren, waren für die Bedienung der Geschütze und den Enterkampf zuständig.

Einige von ihnen hatten auch die Aufgabe der akustischen Weitergabe von Kommandos, Manövern und Wachwechseln. Trompeten und Bucinen waren vor allem für die Verständigung zwischen den Schiffen einer Einheit unerlässlich. 26 Jahre musste ein römischer Marineinfanterist zur See fahren, ehe man ihn mit allen militärischen Ehren, dem römischen Bürgerrecht und einem Stückchen Land als Prämie entließ.

Die Öl- und Weingärten der Villa di Pollio

Noch heute wird die Landschaft oberhalb der Villa di Pollio ganz wesentlich von den starken Hangmauern und den Obst- und Weingärten geprägt, die sich von den Uferfelsen bis zur via Capo hinaufziehen. Man wird davon ausgehen dürfen, dass diese Hangmauern auf antiken Fundamenten stehen und der von ihnen gehaltene Boden seit der Antike bewirtschaftet wird. Da zu jeder römischen Meer- und Landvilla ein Fundus gehörte, also ein landwirtschaftlich genutztes Grundstück, das von Pächtern bebaut wurde, kann man davon ausgehen, dass die Gärten oberhalb der Villa di Pollio einst zum selben Grundstück gehörten.

Statius berichtet in seinen Gedichten über die Pollio-Villa vor allem vom Weinbau, dessen Trauben so vollmundig geschmeckt haben sollen, dass die Reben des Pollio dem berühmten Falerner Wein in nichts nachgestanden haben. Das mag ein gekauftes Lob gewesen sein. Fest steht jedoch, dass hier noch immer viel Wein angebaut wird und es so mancher Tropfen aus Kampanien bis in unsere Breitengrade schafft. Zitronengärten, wie man sie rund um Sorrent allerorts findet, waren in der Antike noch unbekannt. Dafür war der Olivenanbau umso populärer.

Überhaupt hat sich in der landwirtschaftlichen Tradition des kampanischen Ölanbaus bis heute kaum etwas verändert. Viele Bauern produzieren ihr Öl noch heute in den alten Steinpressen der Olivengärten und verkaufen es in alle Welt. In der Antike war Olivenöl einer der wichtigsten Rohstoffe überhaupt. Man brauchte es zur Ernährung und zur Konservierung von Nahrungsmitteln, als Schmierstoff für mechanische Verbindungen und zur Befeuerung der allgegenwärtigen Öllampen.