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II. CONCLAVES ADITUS – Die Empfangsräume

Von den Eingangsräumen der Meervilla sind nur noch die Grundmauern erhalten, die weit unterhalb des antiken Laufhorizonts aus der Erde ragen. Und schon an diesen Mauern wird deutlich, dass die Eingangsräume zwar in einer Flucht mit der Hafenbrücke liegen, von der Grundausrichtung des Haupthauses aber deutlich abweichen. Das hat vermutlich statische Gründe, unter anderem, weil hier der Felsuntergrund steil Richtung Binnenhafen abfällt.

Die spezielle Form und Ausrichtung der Eingangsräume kann aber auch funktionale Gründe gehabt haben: Zum Beispiel hätte es sich an dieser Stelle, zwischen Eingang und Hafenbrücke förmlich angeboten einen kleinen Vorplatz zu schaffen, von dem aus der Garten unterhalb des Haupthauses erreichbar war.

Schließlich hatten die Eingangsräume auch eine gesellschaftliche Bedeutung und nicht jeder durfte bis in den privaten Bereich des Hauses vordringen. Deshalb war eine Infrastruktur notwendig, die alle Besucher in geordneten Bahnen hielt. Dem Hausherrn und seinen Familienangehörigen stand es natürlich frei durch jede Tür der Eingangsräume zu schreiten.

Alle Gäste von Rang und Namen indes wurden vom Hausherrn oder seinem Personal vom Haupteingang direkt in den repräsentativen Teil des Haupthauses geführt worden sein. Da die heutige Oberfläche einige Meter unter dem Laufhorizont der antiken Eingangsräume liegt, lässt sich diese Verbindung zwischen Eingang und Triclinia nicht mehr nachvollziehen. Es ist aber sehr wahrscheinlich, dass es sie gegeben hat.

Als Großgrundbesitzer und Patron hingegen musste der Hausherr seinen Klienten die Gelegenheit geben vor Sonne und Wetter geschützt auf ihre Audienz warten zu können. Von den Empfangsbereichen anderer römischer Villen wissen wir, dass es dort Wartebänke und eine Gelegenheit gab, sich mit sauberem Wasser zu erfrischen.

In unmittelbarer Nähe dieses Empfangsraumes muss sich einst der Audienzsaal befunden haben, das so genannte Vestibül. Vermutlich lag dieses im südlich angrenzenden Nachbarraum. Weil volle Warteräume immer von Köpergerüchen aller Art erfüllt sind, musste dieser Raum eine gute Durchlüftung besitzen. Vermutlich war zu diesem Zweck die Nordwand von einer Fensterreihe durchbrochen. Stilistisch dürfte dieser Raum nicht ganz so schlicht gewesen sein wie hier gezeigt. Wegen seiner doch noch ziemlich öffentlichen Funktion wird man in ihm aber auch keine prunkvollen Wandmalereien erwarten dürfen.