porticus alta

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I. PORTICUS ALTA
Der obere Säulengang

Der römische Dichter Statius erwähnt die obere Portikus gleich zu Beginn seines Gedichts über die Meervilla des Pollio und schwärmt von der Architektur dieses Bauwerks:

Von dort kriecht ein Säulengang den schrägen Berghang hinauf, einer Stadt vergleichbar, und überwindet auf langem Rücken die rauhen Felsen. Wo früher nur die Sonne herrschte und schwarzer Staub und die Wildheit eines steinigen Weges, da ist das Gehen jetzt eine Lust – gerade so als stiege man hinauf zum Gipfel des bacchidischen Ephyre, wo ein überdachter Weg vom inoischen Lyaeum heraufführt.“ (Statius, Silvae II, 2, 30-35)

Durch diesen Säulengang sollte man also trocken und vor allem sonnengeschützt vom unteren Bereich des Villenkomplexes bis zur Römerstraße gelangen, deren antiker Verlauf in etwa der heutigen Via Capo entsprach. Damals wie heute führt dieser ehemals überdachte Weg durch die Obstgärten oberhalb der Pollio-Villa, vorbei an Bauernhäusern, Geräte-Schuppen, Magazinen und Ölpressen.

Es ist nicht schwer sich vorzustellen, dass der Bau und die Instandhaltung eines solchen Säulengangs recht kostspielig gewesen sein müssen. Immerhin wissen wir von dem römischen Redner und Philosophen Cicero, dass auch er eine solche Portikus in seiner Villa bei Laurentium hatte errichten lassen, die er ebenfalls als „publicus opus“ bezeichnete – eine fast schon städtische Architektur.